Geschichte

06. Dezember 1856
Gründung des Cartellverbands
Aenania und Winfridia gründen den heute größten Akademikerverband Europas
20. November 1870
Erster Convent
Georg Trapp stellt Namen und Farben vor
10. Juli 1871
Umwandlung in eine Studentenverbindung
Des Glaubens himmelblau, der Wahrheit gold, der Freundschaft grün!
24. Januar 1871
Wappen und Zirkel
Vivat, crescat, floreat!
07. Februar 1871
Gründung der Studentengesellschaft Markomannia
Hoch Markomannia! soll es brausend schallen!
1873/1874
Erster Vorort im Cartellverband
Der Markomanne Emanuel Warmbrunn leitet die Geschicke des Cartellverbandes
02. Juni 1897
Patenschaft für Gothia Erlangen
Der Cartellverband wächst stetig weiter
19. Januar 1902
Gründung der Tochterverbindung K.D.St.V. Thuringia
Vorwärts und Aufwärts...
06. Juli 1908
Gründung des Altherrrenverbandes
Ein Verein muss her!
01. August 1914
1. Weltkrieg
Die Farben ruhen
08. Juli 1920
Kauf des Hutten'schen Felsenkellers
Markomannia hat ein erstes Verbindungshaus!
1921
50. Stiftungsfest
Es war Gewaltig!
1925
Patenschaft für Saxo-Bavaria Prag
Katholische Verbindungen auch in Prag
07. November 1931
Kauf des Hauses in der Mergentheimer Str. 60
Zwischenterassen, Erkerturm und ein riesiger Fahnenmast
30. Januar 1933
Der Beginn des Nationalsozialismus
NSDStB und Gleichschaltung
27. Oktober 1935
Außerordentliche Cartellversammlung auf dem Markomannenhaus
Corona hoch! Der CV ist aufgelöst!
10. November 1935
Cumulativconvent
Markomannia wird sich nicht auflösen!
09. Februar 1936
Nichtauflösung der Verbindung
Zutritt verboten!
01. September 1939
Zweiter Weltkrieg
Wir hatten gebauet ein stattliches Haus ...
25.November 1947
Versammlung zur Wiedergründung des Altherrenverbands der Markomannia
Brüder reicht die Hand zum Bunde!
07. April 1948
Die Aktivitas lebt!
Die Verbindung nimmt Fahrt auf.
15. Mai 1948
Erstes Nachkriegsstiftungsfest
Auf nach Aschaffenburg!
08. Oktober 1948
Die Mergentheimer Straße 60 ist nun wieder das "Markomannenhaus".
Unterkunft im zerstörten Würzburg
1958
Übernahme der Patenschaft für die K.D.St.V. Algovia Augsburg
"Für Wahrheit und Recht"
1968
Studentenunruhen
Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren?
Pfingsten 1971
100. Stiftungsfest
Markomannia iubilans!
Februar 1973
Wiederaufbau des Markomannen- Archivs und Gründung der GDS
Wer sind wir und woher kommen wir? Und wenn ja, warum?
1974
Gründung des Intercorporativen Convents
Alle Würzburger Verbindungen in einer Interessengemeinschaft
1979
Patenschaft für Oeno-Danubia Passau
Bono Consilio - Opera Bona!
1986-1988
Gründung des Marburger Kreises
Das Hohe Cartell trifft sich!
1992
Die Füxe errichten einen Weinberg
Silvaner, Bacchus, Müller-Thurgau
Wappenschild der K.D.St.V. Markomannia - Thumbnail

Zeitleiste


Auf der oberen Zeitleiste wird die Geschichte der K.D.St.V. Markomannia präsentiert. Hierbei werden die Ereignisse in das zeitliche Geschehen eingeordnet.

Die Leiste kann mit der Maus horizontal verschoben werden, um auf der Achse hin und her zu wandern. Jedes Ereignis kann angeklickt werden, damit eine Beschreibung erscheint.

Freundschaftsverhältnis: Eröffnungsbrief der K.D.St.V. Winfridia Breslau an die K.D.St.V. Aenania München - Thumbnail

Gründung des Cartellverbands


06. Dezember 1856

Offizieller Gründungstag des Cartellverbands anlässlich eines Briefwechsels zwischen der K.D.St.V. Aenania München und der K.D.St.V. Winfridia Breslau (heute Münster), der ein Freundschaftsverhältnis bestätigt.

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Als Gegenpol zu den Vorhaben Preußens, den Katholizismus zurückzudrängen, gründeten sich an mehreren Universitäten in Deutschland katholische Verbindungen. Sie übernahmen Ideen der bereits vorhandenen Verbindungsmodelle und beschlossen auch neue: Für sie war das höchste Entscheidungsorgan der Convent, Mensuren wurden abgelehnt, das Lebensbundprinzip wurde eingeführt. Die K.D.St.V. Aenania München und die K.D.St.V. Winfridia Breslau sind zwei dieser frühen katholisch-deutschen Studentenverbindungen, die ein Freundschaftsverhältnis über weite Entfernung unterhalten. Auf den 06. Dezember 1856 ist der offizielle Brief der Winfridia an die Münchener Aenanen datiert, der dieses Freundschaftsverhältnis untermauert und als Gründungsschreiben des Cartellverbands Katholischer Deutscher Studentenverbindungen (CV) angesehen wird. Im Laufe der nächsten Jahre gesellen sich viele andere katholische Verbindungen dazu. Es kommt zu Unstimmigkeiten über das Farbentragen, das Katholizitätsprinzip und ähnliche Diskussionspunkte. So spaltet sich beispielsweise 1865 der Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV) ab. Hierbei handelt es sich um die Vereine, die das Tragen von Farben mit Mütze und Band ablehnen.

Farben der K.D.St.V. Markomannia auf einem alten Scherenschnitt - Thumbnail

Erster Convent


20. November 1870

Auf einem ersten Convent stellt Georg Trapp Name und Farben der zu gründenden Verbindung vor. Der germanische Volksstamm der Markomannen wird von Tacitus in seiner "Germania" als "herausragend an Macht und Kriegsruhm" charakterisiert.
Zu den Farben führt der Gründer aus: "Blau-Gold-Grün sind die Farben des Glaubens, der Wahrheit und der Freundschaft."

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Weiter beschreibt er: "Unser Glaube beruht auf echt katholischer Gesinnung, durch welche zugleich der studentische und sonstige Zweikampf unbedingt und ausnahmslos abgelehnt wird. Blau ist zugleich das Bild der Treue: treu der Kirche, treu dem Vaterlande, treu dem Freunde, treu dem Bundesbruder. Gold bedeutet auch Treue, zugleich aber auch die Wahrheit als Gold der Wissenschaft, nämlich das wissenschaftliche Streben nach Wahrheit, die das reine Gold der Wissenschaft ist. Grün will Tugend bedeuten, vereint mit studentischer Fröhlichkeit, Gemütlichkeit und Freundschaft!"

Ursprünglich siedelten die Markomannen entlang des Mains, bis sie unter ihrem König Marbod um das Jahr 9 v. Chr. ins Gebiet des heutigen Böhmen gelangten. Dort vermochten sie, auch bei anderen Stämmen Einfluss zu erlangen und diese für einen Stammesbund, quasi eine frühe Staatenbildung, zu gewinnen. In den Markomannenkriegen (166 bis 180 n. Chr.) kämpften die Nachfahren Marbods im Donaugebiet aufopferungsvoll gegen die Römer unter ihrem Kaiser Marc Aurel. Die Auseinandersetzungen führten zu einer deutlichen und nachhaltigen Schwächung des Römischen Reiches.

Zirkel der K.D.St.V. Markomannia - Thumbnail

Wappen und Zirkel


24. Januar 1871

Der seit der Gründung Markomannias unveränderte Zirkel beschreibt ein stilisiertes "M", eingerahmt von den traditionellen Buchstaben "v", "c" und "f" für "vivat, crescat, floreat" (lebe, wachse, blühe).

In der Mitte des Markomannenwappens befindet sich ein Schild mit Farben und Zirkel der Verbindung. Heraldisch rechts oben die Würzburger Rennfahne, die um die Jahrhundertwende den ursprünglich dort platzierten bayerischen Löwen ablöste. Links davon ein goldenes Kreuz auf himmelblauem Grunde als Symbol des Glaubens; als Zeichen der Freundschaft im rechten unteren Feld zwei Leiern und Weinreben. Es folgt links unten die Eule als Sinnbild für Wahrheit und Wissenschaft.

Gründer der K.D.St.V. Markomannia: Der Jurastudent Georg Trapp aus Lohr am Main (Urmitglied der K.D.St.V. Aenania München) - Thumbnail

Gründung der Studentengesellschaft Markomannia


07. Februar 1871

Der Münchener Aenane Georg Trapp gründet zusammen mit Freunden die Verbindung in Würzburg zur Bestärkung des Cartellverbands. Die Farben sind Himmelblau-Gold-Dunkelgrün, der Wahlspruch "Furchtlos und Treu". Zunächst wird nur ein Bierzipfel getragen, später im Jahr kommen Mütze und Band dazu.

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Die Vorarbeiten des Münchener Aenanen Georg Trapps zur Gründung einer weiteren Verbindung in Würzburg zur Bestärkung des jungen Cartellverbandes hatten bereits zum Ende des Sommersemesters 1868 begonnen. Im Jahr 1870 treten die Gründungsmitglieder Georg Trapp, Wilhelm Ferner, August Ehrhardt, Karl Lederer, Johannes Knoll und Franz Brittinger zusammen, um die genaue Planung anzugehen. Sie machen sich über Sinn und Zweck, sowie Farben der zukünftigen Verbindung Gedanken. Später in diesem Jahr folgt die erste Kneipe zusammen mit neu dazugetretenen Interessenten. Man einigt sich nach ersten Streitigkeiten auf den Wahlspruch "Furchtlos und Treu" und bestimmt Wappen und Zirkel der Verbindung.
Am 07. Februar wird die katholische Studentengesellschaft Markomannia unter Vorlage der Satzung beim Rektorat der Universität Würzburg angemeldet. Dieser Tag gilt seither als Gründungstag der K.D.St.V. Markomannia und gibt bis heute Anlass zur jährlichen Feier des Bundesfestes.
Am 14. September wird Markomannia auf der Cartellversammlung in Mainz in den Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen aufgenommen. Am 05. November wird den anderen Würzburger Verbindungen die Gründung Markomannias mitgeteilt.
Der Gründung folgen - wie erwartet - Unruhen in der Würzburger Studentenschaft wegen der starken Verankerung der Markomannen in der katholischen Kirche. Auch die Öffentlichkeit weiß zunächst nicht mit dem neuen Verbindungsmodell umzugehen.


Umwandlung in eine Studentenverbindung


10. Juli 1871

Durch Conventsbeschluss wandelt sich die Studentengesellschaft Markomannia in eine farbentragende Verbindung. Dieser Tag gilt seither als Stiftung Markomannias. Eingedenk dessen stellt Rudolf Söder das Markomannenbundeslied vor.

Die Standarte des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen - Thumbnail

Erster Vorort im Cartellverband


1873/1874

Emanuel Warmbrunn steht als erster Markomanne und als erster Vorortspräsident überhaupt dem gesamten Verband der katholischen deutschen Studentenverbindungen vor. Ihm sollten bis heute neun Bundesbrüder an der Spitze des Verbandes folgen. Insgesamt zählt Würzburg mit 13 Cartellversammlungen so häufig als Austragungsort für die Verbandstagung wie keine andere Stadt.

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Die Vorortspräsidenten der K.D.St.V. Markomannia:
- 1873/74: Emanuel Warmbrunn
- 1880/81: Josef Lutz
- 1881/82: Georg Maul
- 1888/89: Ernst Heitzmann
- 1897/98: Jacques Hector und Ludwig Butscher
- 1914-19: Anton Hesse
- 1963/64: H. Wütschner und U. von Mengden
- 1978/79: Vorort Thuringia/Markomannia: G. Witte und G. Frhr. von der Heydte
- 1998/99: Th. Demel

Couleurkarte der Gothia Erlangen - Thumbnail

Patenschaft für Gothia Erlangen


02. Juni 1897

Markomannia übernimmt die Patenschaft für die 1892 gegründete K.D.St.V. Gothia in Erlangen, der mehrere Urmarkomannen als Gründungsmitglieder in die Kinderschuhe halfen.

Kneipsaalbild der Thuringia Würzburg - Thumbnail

Gründung der Tochterverbindung K.D.St.V. Thuringia


19. Januar 1902

Als Tochterverbindung Markomannias wird die K.D.St.V. Thuringia am selben Ort gegründet und erhält die Farben Rot-Grün-Schwarz und den Wahlspruch "Vorwärts und Aufwärts".

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Bereits am 02. Dezember des Vorjahres wurde der Conventsbeschluss über die Teilung der Verbindung einstimmig angenommen. Auf der einen Seite war der Zulauf zu groß geworden, auf der anderen Seite gab es - auch daraus resultierend - Schwierigkeiten wegen aufgeflammter Diskussionen über den Kurs der Verbindung. Zunächst werden noch gemeinsame Veranstaltungen wie Kneipen und Kommerse durchgeführt, kurze Zeit später wendet sich die neugegründete Tochterverbindung jedoch dem sog. "Weißen Ring" zu, der den Cartellgedanken in Abrede stellt.

Satzung des Altherrenverbandes aus dem Nachlaß Anton Poppes - Thumbnail

Gründung des Altherrrenverbandes


06. Juli 1908

Die Alten Herren, also die ehemaligen aktiven Mitglieder der Verbindung, gründen den Altherrenverband in der Form eines eingetragenen Vereins.

Gedenktafel für die Gefallenen der Weltkriege im Haus der Markomannia - Thumbnail

Erster Weltkrieg


01. August 1914

Im Zuge des ersten Weltkrieges kommt das Verbindungsleben zunehmend zum Erliegen. Die Farben werden für die Dauer des Krieges niedergelegt. Die in Würzburg Verbliebenen halten den Briefkontakt zu den Bundesbrüdern an der Front aufrecht (Feldpost). 1915 sind über 250 Markomannen einberufen, bei Kriegsende sind 45 Gefallene zu betrauern.

Kneipsaal im ersten Haus der K.D.St.V. Markomannia in der Randersackerer Str. 21. - Thumbnail

Kauf des Hutten'schen Felsenkellers


08. Juli 1920

In der Randersackerer Straße 21 gelegen, bildet der Hutten'sche Felsenkeller das erste Verbindungshaus der Markomannia. Das Haus wird zuletzt zugunsten eines Neuerwerbs der Pfarrei St. Adalbero verkauft. Im Jahr 1971 wird es abgerissen.

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Im Jahr 1900 hatte man bereits den Hausbaufonds gegründet, um der Aktivitas ein eigenes Heim zu beschaffen. 1905 wurde das Vorhaben durch den Hausbauverein bestärkt. Leider erreichten beide ihr Ziel nicht. 1910 konnte allerdings ein erstes Grundstück erworben werden: Es lag in der Mergentheimer Str. und auf ihm steht heute noch das Haus der Tochterverbindung K.D.St.V. Thuringia. Dieses Grundstück wird allerdings 1922 wieder verkauft. Im selben Jahr werden Umbaumaßnahmen in der Randersackerer Straße durchgeführt.

Festzug des 50. Stiftungsfestes der K.D.St.V. Markomannia durch die Juliuspromenade zur Residenz 1921. - Thumbnail

50. Stiftungsfest


1921

Rudolf Gewaltig leitet als erster Jubelsenior das 50. Stiftungsfest und nimmt dankend das frisch eingeweihte Haus der Verbindung entgegen. Die Markomannenzirkel aus ganz Deutschland stiften das Inventar zur Einrichtung. Der Festkommers findet in allen Räumen des Huttenschen Garten statt, Würzburgs größtem Saalkomplex zu dieser Zeit. Schon damals sind Würzburgs Säle für Markomannias Stiftungsfeste zu klein.

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Die Festfolge beinhaltet einen Empfang mit Begrüßungsabend, einen Gottesdienst mit Festzug durch die Stadt zum neuen Haus, die Einweihung und Übergabe des Hauses mit Gedenken an die Gefallenen des Krieges, den Festkommers, einen Ball, einen großen Gedächtnisgottesdienst, einen Zug nach Ochsenfurt mit anschließender Floßfahrt über den Main zurück in die Stadt, einen weiteren Gesellschaftsabend mit Theater und Tanz und natürlich einen Ausklangsfrühschoppen.

Auf der 55. Cartellversammlung in Innsbruck wird die Patenschaft für die K.A.V. Saxo-Bavaria an der deutschen Universität Prag beschlossen. - Thumbnail

Patenschaft für Saxo-Bavaria Prag


1925

Auf der Cartellversammlung in Innsbruck übernimmt Markomannia die Patenschaft für die Saxo-Bavaria in Prag (heute im österreichischen CV in Wien). Die sudetendeutschen Verbindungen dieser Zeit sollen mit sowohl personeller als auch finanzieller Hilfe gestärkt werden.

Heute noch der Sitz der K.D.St.V. Markomannia: Das Haus in der Mergentheimer Str. 60 um 1931 - im Krieg wurde es zerstört. - Thumbnail

Kauf des Hauses in der Mergentheimer Str. 60


07. November 1931

Markomannia erwirbt die Villa des verstorbenen Kommerzienrates Schwabacher in der Mergentheimer Str. 60. Es folgt ein großer Umbau des Hauses, das nach den Plänen des Mainzer Architekten Philipp Krebs 1906 gebaut worden war. Das neue Haus wird am 30. Dezember 1932 eingeweiht.

Bbr. Prof. Dr. Dr. Eduard Eichmann warnt auf dem 60. Stiftungsfest 1931 eindringlich vor dem Nationalsozialismus. - Thumbnail

Der Beginn des Nationalsozialismus


30. Januar 1933

Markomannia hat, genauso wie die anderen Verbindungen des Cartellverbandes, mit den neuen Gesetzen und Erlässen zu kämpfen, die den selbstgesetzten Prinzipien so gar nicht entsprechen. Entgegenwirkung hat stets Ersatz der Verantwortlichen zur Folge, sodass man der Situation letztendlich machtlos gegenübersteht.

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Zum 60. Stiftungsfest im Jahr 1931 warnt Bbr. Prof. Dr. Dr. Eduard Eichmann als Festredner bereits eindringlich vor dem Nationalsozialismus und fordert die Markomannen auf, an den Idealen des katholischen Glaubens festzuhalten.
1932 folgt ein Beschluss des Altherrenvorstandes, dass jedwede "Zellenbildung" innerhalb der Verbindung unter keinen Umständen geduldet wird und zum Ausschluss führt. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund versucht damals durch diese Unterwanderung, die konservativen Verbindungen für sich zu gewinnen. Auf der Cartellvesammlung von 1932 in München wird die Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft eines CVers in der NSDAP oder angehöriger Gesellschaften beschlossen. Dieser Beschluss wird auf Drängen der Bischöfe 1933 zurückgenommen, da Hitler Zusicherungen an die Kirche versprach.
Ab 1933 werden studentische Verbände, die sich grundsätzlich als unpolitisch verstehen, zurückgedrängt und ausgeschaltet.
Im selben Jahr wird das Führerprinzip durchgesetzt, das den Convent als höchstes Entscheidungsorgan absetzt und alle Macht den Chargen überlässt. Markomannia muss sich zu einer "Erziehungsgemeinschaft im Sinne des Nationalsozialismus" umstrukturieren, wie es der derzeitige Verbindungsführer(sic!) AH Dr. Hermann Carnier ausdrückt, dennoch hält man weiterhin insgeheim an den Prinzipien fest. 1934 muss der CV das Katholizitätsprinzip aufheben, Markomannia nimmt weiterhin keine Nichtkatholiken auf.
Fortan wird der Verband systematisch gleichgeschaltet und auch Markomannia muss um das Fortexistieren bangen.

Gruppenbild am Tag nach der Auflösung des Cartellverbandes im Anschluß an einen einberufenen Convent (EBC) auf dem Markomannenhaus - Thumbnail

Außerodentliche Cartellversammlung auf dem Markomannenhaus


27. Oktober 1935

Auf dem Haus der Markomannia wird an diesem Tag in einer außerordentlichen Cartellversammlung der Cartellverband aufgelöst. Als der Führer des CV zum Singen des Horst-Wessel-Liedes aufruft, verlassen die Bundes- und Cartellbrüder den Saal und lassen die Türen zur Missbekundung laut knallen. Die GeStaPo wird informiert, handelt glücklicherweise aber nicht.

Erste Seite des Protokolls des Cumulativconvents 1935 - Thumbnail

Cumulativconvent


10. November 1935

Der Cumulativconvent umfasst die Stimmen von 160 anwesenden Bundesbrüdern. Einstimmig wird beschlossen, dass "Markomannia sich niemals freiwillig auflösen werde, allenfalls der Gewalt weiche." Der symbolische Burscheneid wird daraufhin wiederholt.

Markomannia nach der zwangsweisen Auflösung: Unter der Deckbezeichnung "Kegelklub" trifft man sich um 1938 zu einer kleinen Faschingsfeier. - Thumbnail

Nichtauflösung der Verbindung


09. Februar 1936

Auf dem Faschingsball erklärt der Verbindungsführer Dr. Georg Haid Markomannia für aufgelöst und verbietet allen Bundesbrüdern das Betreten des Hauses. Die Aktiven sind erbost. Das Verbindungshaus wird dem Claretiner-Orden vermietet. Am 11. Februar bestätigt allerdings der eilig vom Verbindungsführer Haid einberufene Cumulativconvent die Nichtauflösung und den Ausspruch vom 10. November des Vorjahres. Markomannia ist damit die einzige Verbindung Würzburgs, die sich nicht selbst aufgelöst bzw. sich in eine Kameradschaft eingeordnet hat.

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In den kommenden Jahren gibt es weiterhin immer mehr Maßregelungen durch den NSDStB und die neu geltenden Gesetze. Trotz offenem Verbots treten zwischen 1935 bis 1938 noch etwa zehn Füxe der Markomannia bei. Nach außen hin sind sie meist gleichzeitig Mitglied einer der Studentenbundskameradschaften. Der letzte Senior und Fuxmajor in Personalunion ist Walter Beckenkamp. Er berichtet von täglicher Furcht vor der GeStaPo und dem Konzentrationslager. 1937 wird sogar noch ein Stiftungsfest in Würzburg gefeiert. Weitere Kneipen und Treffen sind ab dann außerhalb in kleinen Gaststätten.

1938 werden vom Reichsführer SS alle katholischen Studenten- und Altherrenverbände aufgelöst. Häuser, Vermögen, Inventar und Archivmaterial werden beschlagnahmt. Jegliche Betätigung als aktive Verbindung ist damit unmöglich und mit Strafverfolgung bedroht. Die Bundesbrüder treffen sich privat in kleinen Gruppen weiter.
Das Markomannenhaus wird als Kohlen- und Brennstofflager eingerichtet.
Der Altherrenverband wird aus dem Vereinsregister gelöscht.

Das Markomannenhaus nach dem zweiten Weltkrieg. - Thumbnail

Zweiter Weltkrieg


01. September 1939

30 Markomannen fallen im Krieg. Die Farben werden geheim weitergetragen. 1944 wird sogar ein Festkommers veranstaltet. 1945 wird Würzburg zerstört. Das Verbindungshaus erleidet einen Volltreffer.

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Das Haus in der Mergentheimer Straße 60 erleidet einen Volltreffer, schließlich explodiert auf der gegenüberliegenden Mainseite ein Munitionslager. Die Fassade ist nicht mehr zu retten und muss abgerissen werden. Im ursprünglichen Zustand erhalten zeigt sich heute noch das Untergeschoss mit Kegelbahn, Witschaftsräumen und Keller.

Markomannia ist wieder im Erstehen! Schreiben nach dem ersten Treffen 1947. - Thumbnail

Versammlung zur Wiedergründung des Altherrenverbands der Markomannia


25. November 1947

Die ersten Kontaktaufnahmen unter Markomannen beginnen schon im Mai des Jahres 1945. Im Dezember schreibt Bbr. AH Nachtsheim an alle ihm noch mit Adresse bekannten Bundesbrüder einen Kontaktbrief. Am 07. Juni 1947 findet das erste große Markomannentreffen in der britischen Besatzungszone statt. Es folgt eine Versammlung im November, auf der zur Neugründung des Altherrenverband aufgerufen wird.

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Voraussetzung ist die Erfüllung von strengen Auflagen: Es müssen fünf völlig unbelastete Bürgen gestellt werden. Dazu müssen eidesstattliche Erklärungen sowie Spruchkammerurteile zur Entnazifizierung für jedes Mitglied abgegeben werden.
Im April des folgenden Jahres wird die Vereinslizenz für den AHV erteilt.

Hausmusik in den Nachkriegsjahren 1949 - Thumbnail

Die Aktivitas lebt!


07. April 1948

Nachdem schon 1947 Hans Wegner als Bursch aufgenommen wurde, folgen nun auf einem Markomannentreffen die ersten Füxe seit 1938. Noch im selben Jahr nimmt Markomannia erstmals seit 1935 wieder in vollen Farben an der Fronleichamsprozession teil. 1949 wird die Aktivitas vom Kultusministerium offiziell lizenziert.

Einladung zum ersten Nachkriegsstiftungsfest in Aschaffenburg - Thumbnail

Erstes Nachkriegsstiftungsfest


15. Mai 1948

Das 77. Stiftungsfest findet in Aschaffenburg statt, da Würzburg zu sehr zerstört ist. Es nehmen über 100 Bundesbrüder teil. Es ist die erste große Zusammenkunft der Markomannen nach der Verbotszeit.

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In den Nachkriegsjahren hat Markomannia mit der Neufindung zu kämpfen. So wird der komplette Comment neu durchdacht: Auch das Farbentragen steht Anfang der fünfziger Jahre in Frage.

In Eigenleistung richten aktive Bundesbrüder das Haus notbehelfsmäßig her, hier Bbr. M. Morys bei Maurerarbeiten. - Thumbnail

Die Mergentheimer Straße 60 ist nun wieder das "Markomannenhaus".


08. Oktober 1948

Das zerstörte Markomannenhaus in der Mergentheimer Str. 60 wird dem Altherrenverband der Markomannia zurückübereignet. In der Kegelbahn im Keller werden mehrere Aktive untergebracht und helfen bei der notdürftigen Wiederherstellung des Anwesens. Die Ansprüche auf das Grundstück waren am 24. Mai 1945(sic!) von Bundesbruder Wilhelm Klett bei der amerikanischen Militärregierung angemeldet worden.

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1950 wird der neuen Aktivitas das zum Teil hergerichtete Haus übergeben und in den folgenden Jahren weiter renoviert.
Mitte der 1960er Jahre wird weiter ausgebaut: Es wird -unter anderem- ein zweites Stockwerk als Wohnetage aufgesetzt.
Es folgen zahlreiche Um- und Ausbauten des Hauses. 2009 gipfelt es in der größten Baumaßnahme: Einer Komplettsanierung.

Zirkel der K.D.St.V. Algovia Augsburg - Thumbnail

Übernahme der Patenschaft für die K.D.St.V. Algovia Augsburg


1958

In Augsburg wird eine neue CV-Verbindung gegründet. Markomannia fungiert erneut als Pate.


Studentenunruhen


1968

Obwohl es bei vielen Korporationen zum Rückgang der Neuaufnahmen und der Infragestellung sämtlicher Traditionen kommt, bleibt Markomannia den in den 50er Jahren überarbeiteten Auflagen treu.
So kommt es zu keinen einschneidenden Veränderungen: Es werden in diesem Jahr 13 Bundesbrüder rezipiert.

Jubelsenior Dieter Rath auf dem 100. Stiftungsfest - Thumbnail

100. Stiftungsfest


Pfingsten 1971

Unter der Leitung von Jubelsenior Dieter Rath wird ein Festakt in der Residenz, ein Gottesdienst im Neumünster, ein Umzug mit 90 Chargierten durch die Innenstadt, sowie ein Festkommers in den Huttensälen, ein Ball im Regentenbau und ein Exbummel in Bad Kissingen veranstaltet.

Stempel des Markomannenarchivs

Wiederaufbau des Markomannenarchivs und Gründung der GDS


Februar 1973

Das Verbindungsarchiv musste reorganisiert und katalogisiert werden. So wurde zunächst 1973 der Archivverein der Markomannia gegründet, der später in der Gemeinschaft für Deutsche Studentengeschichte (GDS) aufging. Seither werden Schriften verfasst, die sich mit der Geschichte Markomannias befassen oder zur praktischen Hilfe im aktiven Verbindungsbetrieb dienen.

Couleurtafel, herausgegeben vom Intercorporativen Convent Würzburg - Thumbnail

Gründung des Intercorporativen Convents


1974

Auf Initiative des VDSt Würzburg-Jenas und Markomannias wird der Intercorporative Convent gegründet. Ziel ist es, alle Korporationen Würzburgs in einer Interessengemeinschaft zu vereinen. Markomannia übernimmt den ersten Vorsitz.

Wappen der Oeno-Danubia Passau

Patenschaft für Oeno-Danubia Passau


1979

Auch an der neugegründeten Universität in Passau wird eine CV-Verbindung in Leben gerufen. Für die K.D.St.V. Oeno-Danubia übernimmt Markomannia abermals eine Patenschaft.

Wappenarrangement in der Kegelbahn des Markomannenhauses - Thumbnail

Gründung des Marburger Kreises


1986-1988

Zusammen mit den Cartellverbindungen Guestfalia Tübingen, Bavaria Bonn, Hercynia Freiburg, Rhenania Marburg und Arminia Heidelberg wird der Marburger Kreis gegründet, um gemeinsam im und mit dem Verband unsere Ideale und Ideen zu vertreten, die Zusammenarbeit zu intensivieren und Bande der Freundschaft zu knüpfen.

Bundesbrüder bei der Errichtung eines Weinbergs - Thumbnail

Die Füxe errichten einen Weinberg


1992

Am Hang hinter dem Verbindungshaus wird von den Füxen ein Weinberg errichtet, der bis heute durch diese gepflegt wird. Alte Herren übernehmen Patenschaften für die Rebstöcke.